Praxis für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin Peter Ascheid-Böddeker · Zeuthen

Startseite Osteoporosebehandlung

Osteoporosebehandlung

Peter Ascheid-Böddeker – Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin

Osteoporose wird nicht umsonst auch als Knochenschwund bezeichnet. Weil sich die Knochenmasse verringert, wird die Struktur des Knochens porös. Beides zusammen führt dazu, dass der Knochen leichter bricht. Typische Bruchstellen sind die Wirbelsäule, die Hüfte und das Handgelenk.

Die Erkrankung entwickelt sich über Jahre und verläuft lange ohne spürbare Beschwerden. Genau darin liegt ihre Besonderheit: Häufig wird sie erst erkannt, wenn bereits ein Bruch eingetreten ist. Ziel der Osteoporosebehandlung ist es deshalb, den Knochenschwund früh zu erfassen, ihn aufzuhalten und weitere Brüche zu vermeiden.

Wer von Osteoporose betroffen ist

Osteoporose gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Skelettsystems. Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehrere Millionen Menschen betroffen. Besonders häufig tritt sie nach den Wechseljahren auf, da der Rückgang der Östrogenproduktion den Knochenabbau beschleunigt. Etwa jede dritte Frau erkrankt in dieser Lebensphase daran.

Auch Männer können betroffen sein, was in der öffentlichen Wahrnehmung oft unterschätzt wird. Bei ihnen setzt der Verlust an Knochendichte meist später ein, verläuft aber nicht weniger folgenreich. Weitere Risikokonstellationen ergeben sich aus familiärer Vorbelastung, Bewegungsmangel, Untergewicht, Rauchen sowie aus bestimmten Grunderkrankungen und einer längeren Behandlung mit Kortison.

Typische Warnsignale

Im Frühstadium verursacht Osteoporose in der Regel keine Beschwerden. Hinweise können ein Verlust an Körpergröße über die Jahre, eine zunehmende Rundrückenbildung oder anhaltende Rückenschmerzen ohne erkennbaren Auslöser sein. Auch eine nachlassende Belastbarkeit im Alltag gehört dazu.

Ein besonders deutliches Warnzeichen ist ein Knochenbruch nach einem geringfügigen Anlass, etwa nach einem Sturz aus dem Stand. Solche Brüche gelten als hinweisend auf eine verminderte Knochenfestigkeit. Wirbelkörperbrüche bleiben dabei nicht selten unbemerkt und zeigen sich erst später durch Größenverlust oder Haltungsveränderung.

Früherkennung und Diagnostik

In der Osteoporosediagnostik geht es vor allem darum, den Knochenschwund möglichst früh zu erkennen und ihm entgegenzuwirken. Am Anfang steht die Abklärung vorhandener Risikofaktoren, gefolgt von einer genauen körperlichen Untersuchung. Sie liefert Hinweise auf Haltungsveränderungen, Größenverlust und schmerzhafte Abschnitte der Wirbelsäule.

Ergänzt wird dies durch eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule, die bereits eingetretene Wirbelkörperveränderungen sichtbar macht, sowie durch die Knochendichtemessung mittels DXA als Standardverfahren zur Bestimmung der Knochendichte. Laboruntersuchungen runden die Diagnostik ab, da sie den Knochen- und Mineralstoffwechsel abbilden und helfen, andere Ursachen für einen Substanzverlust zu erkennen.

Schneller Knochenmasseverlust und Verlaufskontrolle

Bei den Spezialuntersuchungen geht es insbesondere um das Erkennen eines sogenannten schnellen Knochenmasseverlusts mit einer Verlustrate von über drei Prozent pro Jahr. Diese Konstellation ist von Bedeutung, weil sich die Bruchgefahr in solchen Fällen deutlich rascher erhöht als bei einem langsamen Verlauf.

Ebenso wichtig ist die Kontrolle des Verlaufs einer bereits diagnostizierten Osteoporose. Erst der Vergleich mehrerer Messungen über die Zeit zeigt, ob die eingeleiteten Maßnahmen greifen oder ob eine Anpassung erforderlich ist. Die Behandlung ist damit kein einmaliger Vorgang, sondern ein über Jahre begleiteter Prozess.

Bewegung, Muskelkraft und Koordination

Ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung ist die Verbesserung von Muskelkraft und Koordination. Knochengewebe reagiert auf mechanische Reize: Zugkräfte der Muskulatur regen den Aufbau an, während fehlende Belastung den Abbau begünstigt. Krankengymnastik und Sporttherapie setzen genau hier an.

Die Kräftigung der Muskulatur wirkt dabei doppelt. Sie unterstützt den Knochen unmittelbar und verbessert zugleich Gleichgewicht und Standsicherheit, was das Sturzrisiko senkt. Ergänzend kommt die High Frequency Vibration mit dem Galileo zum Einsatz, ein Verfahren zur Therapie und zum Training von Muskelfunktionen.

Medikamentöse Behandlung

Als Basistherapie wird Calcium in Kombination mit Vitamin D verabreicht. Beide sind Voraussetzung dafür, dass der Knochen überhaupt ausreichend mineralisiert werden kann, und bilden die Grundlage, auf der weitere Maßnahmen aufbauen.

Je nach Stadium der Erkrankung werden physiotherapeutische Maßnahmen und Schmerzmittel mit weiteren modernen Medikamenten kombiniert, die den Knochenabbau bremsen oder den Aufbau anregen. Welche Kombination geeignet ist, richtet sich nach Knochendichte, bereits eingetretenen Brüchen, Alter und individuellen Risikofaktoren und wird ärztlich festgelegt.

Ernährung und Säure-Basen-Haushalt

In das Behandlungskonzept fließen zusätzlich Erkenntnisse der ganzheitlichen Medizin und der Ernährungsmedizin ein. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die Entwicklung einer Osteoporose häufig einen langen Vorlauf hat und die Ernährung über Jahre hinweg auf den Knochenstoffwechsel einwirkt.

In diesem Zusammenhang wird einer übermäßigen Säurebelastung des Körpers eine Rolle zugeschrieben. Angewendet werden dazu Testverfahren und Behandlungskonzepte aus den Kenntnissen der komplexen Zusammenhänge des Säure-Basen-Haushaltes. Dieser Ansatz ergänzt die etablierte Diagnostik und Therapie, ersetzt sie jedoch nicht.

Alltag, Stürze und langfristiger Verlauf

Osteoporose verläuft chronisch und erfordert eine langfristige Auseinandersetzung. Da spürbare Beschwerden über lange Zeit fehlen, fällt es vielen Betroffenen schwer, eine über Jahre angelegte Behandlung konsequent beizubehalten. Regelmäßige Kontrollen helfen, den Verlauf im Blick zu behalten.

Nach einem Bruch verändert sich die Situation oft deutlich. Unsicherheit beim Gehen, Angst vor erneuten Stürzen und ein daraus folgender Rückzug aus Aktivitäten sind häufige Begleiterscheinungen. Da gerade Bewegung den Knochen stärkt, wirkt diese Zurückhaltung ungünstig. Ebenso bedeutsam ist die Sturzvermeidung im häuslichen Umfeld, etwa durch das Entfernen von Stolperstellen und die Überprüfung von Sehhilfen und Medikamenten.

Bedeutung der Osteoporosebehandlung im Alltag

Osteoporose beeinflusst Mobilität und Selbstständigkeit unmittelbar, denn ein Bruch an Hüfte oder Wirbelsäule kann die Lebensführung dauerhaft verändern. Die Behandlung setzt deshalb nicht erst beim Bruch an, sondern bei den Voraussetzungen, die ihn wahrscheinlich machen.

Ein grundlegendes Wissen über den Knochen als lebendes Gewebe kann dazu beitragen, Veränderungen ernst zu nehmen, statt sie als unvermeidliche Alterserscheinung hinzunehmen. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist damit nicht nur für bereits Betroffene relevant, sondern für alle, die ihre Beweglichkeit langfristig erhalten möchten. Weitere Hintergründe zum Knochenstoffwechsel finden Sie auf der Seite zur Osteologie.

Sie haben Fragen zur Osteoporosebehandlung? Rufen Sie uns an: 033762 82338-0

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

nach oben ⌃