Praxis für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin Peter Ascheid-Böddeker · Zeuthen

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Mikrostrom / Laser

Peter Ascheid-Böddeker – Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin

Mikrostrom und Tiefenlaser-Therapie gehören zu den Verfahren der physikalischen Medizin. Beide arbeiten nicht mit Medikamenten, sondern setzen von außen einen Reiz auf das Gewebe: einmal in Form sehr schwacher elektrischer Ströme, einmal in Form von energiereichem Licht. Eingesetzt werden sie vor allem bei Schmerzzuständen und bei Beschwerden an Muskeln, Sehnen und Gelenken.

Beiden Verfahren liegt der Gedanke zugrunde, dass ein gestörter Zellstoffwechsel Schmerzzustände im Körper begünstigt. Die Stimulation der Zellen mit Mikrostrom soll dazu beitragen, den gestörten Zellstoffwechsel zu normalisieren und Schmerzen zu lindern. Die Anwendung erfolgt in der Regel begleitend zu anderen Maßnahmen und wird auf das jeweilige Beschwerdebild abgestimmt.

Was Mikrostrom ist

Mikrostrom arbeitet, wie der Name sagt, mit sehr geringen Stromstärken im Bereich von Millionstel Ampere. Diese liegen deutlich unterhalb dessen, was bei klassischen Reizstromverfahren verwendet wird. Der Strom löst deshalb in der Regel keine sichtbare Muskelkontraktion aus und wird von den meisten Behandelten kaum oder gar nicht wahrgenommen.

Die Größenordnung ist dabei kein Nachteil, sondern Teil des Konzepts: Sie orientiert sich an den körpereigenen elektrischen Vorgängen, wie sie im Gewebe ohnehin ablaufen. Der Ansatz zielt somit nicht auf eine kräftige äußere Stimulation, sondern auf einen sanften, über längere Zeit wirkenden Reiz.

Der Gedanke hinter der Anwendung

Nach dem Konzept der Mikrostromtherapie verändert sich in geschädigtem oder gereiztem Gewebe der Zellstoffwechsel. Nährstoffe gelangen schlechter in die Zelle, Abbauprodukte werden langsamer abtransportiert, und dieser Zustand kann Schmerzen unterhalten. Der zugeführte Strom soll diese Vorgänge unterstützen.

Diesem Ansatz wird eine schmerzlindernde und regenerationsfördernde Wirkung zugeschrieben. Wie stark der Effekt im Einzelfall ausfällt, hängt von Art und Dauer der Beschwerden ab. Die wissenschaftliche Datenlage zu Mikrostromverfahren wird unterschiedlich bewertet, weshalb die Anwendung als ergänzende Maßnahme einzuordnen ist.

Die Tiefenlaser-Therapie

Die Tiefenlaser-Therapie ist eine Behandlung mit energiereichem Licht, die hohe Lichtmengen in das Gewebe bringt. Anders als oberflächlich wirkende Lasersysteme ist sie darauf ausgelegt, auch tiefer gelegene Strukturen zu erreichen. Es handelt sich um ein nicht schneidendes Verfahren; das Licht wird lediglich eingestrahlt.

Der eingesetzte Opton Laser unterstützt mit seinen zwei unterschiedlich wirkenden Wellenlängen nicht nur in oberflächlichen Gewebeschichten die Heilung, sondern erreicht auch tiefliegende Gewebeschichten. Die Kombination beider Wellenlängen ermöglicht es, oberflächennahe und tiefe Bereiche in einer Behandlung anzusprechen.

Typische Anwendungsgebiete

In der Praxis kommt die Tiefenlaser-Therapie vor allem zur Schmerzbehandlung zum Einsatz, etwa bei Verstauchungen, Muskelrissen, Sehnenentzündungen, Verspannungen oder Rückenschmerzen. Gemeinsam ist diesen Beschwerdebildern, dass gereiztes oder geschädigtes Weichteilgewebe im Vordergrund steht.

Auch der Mikrostrom wird bei schmerzhaften Zuständen an Muskulatur, Sehnen und Gelenken angewendet, insbesondere wenn Beschwerden über längere Zeit bestehen. Ob eines der beiden Verfahren im Einzelfall geeignet ist, lässt sich erst nach ärztlicher Untersuchung und klarer Diagnose entscheiden.

Ablauf einer Behandlung

Vor der ersten Anwendung steht die Untersuchung des betroffenen Bereichs. Auf dieser Grundlage werden Behandlungspunkt, Intensität und Dauer festgelegt. Beim Mikrostrom werden Elektroden auf der Haut angebracht; bei der Lasertherapie wird der Applikator über das betroffene Areal geführt.

Beide Verfahren sind schmerzfrei. Beim Laser wird während der Anwendung meist eine leichte Erwärmung wahrgenommen; für Behandelte und Anwender ist ein geeigneter Augenschutz erforderlich. Eine Betäubung ist nicht notwendig, und im Anschluss bestehen in der Regel keine Einschränkungen für den weiteren Tagesablauf.

Behandlungsdauer und Sitzungszahl

Die Behandlungsdauer richtet sich individuell nach dem jeweiligen Krankheitsbild. Frische Reizzustände sprechen häufig rascher an als Beschwerden, die bereits über Monate bestehen. Üblich ist eine Serie mehrerer Sitzungen in kurzen Abständen statt einer einzelnen Anwendung.

Der Verlauf wird dabei fortlaufend beurteilt. Zeigt sich nach einer angemessenen Zahl von Sitzungen keine Veränderung, ist das ein Anlass, die Diagnose und das Behandlungskonzept erneut zu prüfen, statt die Serie unverändert fortzusetzen.

Einordnung und Grenzen

Mikrostrom und Tiefenlaser sind ergänzende Verfahren. Sie ersetzen weder die orthopädische Diagnostik noch etablierte Behandlungen wie Physiotherapie, gezieltes Training oder gegebenenfalls eine medikamentöse oder operative Versorgung. Vor der Anwendung muss geklärt sein, welche Struktur die Beschwerden verursacht.

Zudem gibt es Situationen, in denen eine Anwendung nicht infrage kommt, etwa bei bestimmten Vorerkrankungen, bei Schwangerschaft, bei implantierten elektronischen Geräten oder bei unklaren Hautveränderungen im Behandlungsgebiet. Diese Punkte werden im ärztlichen Gespräch vorab abgeklärt.

Bedeutung im Alltag

Anhaltende Schmerzen an Muskeln, Sehnen und Gelenken schränken die Belastbarkeit im Beruf, im Sport und im Alltag spürbar ein. Verfahren wie Mikrostrom und Tiefenlaser bieten eine Möglichkeit, solche Beschwerden ohne Eingriff und ohne zusätzliche Medikamente zu begleiten.

Sie entfalten ihren Nutzen am ehesten dort, wo sie Teil eines Gesamtkonzepts sind und mit Bewegung, Kräftigung und der Beseitigung der auslösenden Belastung kombiniert werden. Die Auseinandersetzung mit dem Thema ist damit für alle relevant, die bei anhaltenden Beschwerden nach ergänzenden Möglichkeiten suchen.

Sie haben Fragen zu Mikrostrom oder Tiefenlaser? Rufen Sie uns an: 033762 82338-0

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

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